Manchmal entstehen neue Szenen in Kleinberge eher zufällig. Eigentlich war an dieser Stelle nichts Besonderes geplant. Doch beim Betrachten eines alten Pola-Gebäudes – ich meine, es war die Milchbar – fiel mir eine interessante Fassadenseite auf: eine beschädigte Wand, die mit schweren Holzbalken abgestützt war.

Diese improvisierte Lösung hatte etwas sehr Glaubwürdiges. Genau solche Stellen sieht man in vielen Städten – alte Mauern, die nicht mehr ganz stabil sind und deshalb provisorisch gesichert werden. Die Idee ließ mich nicht mehr los.
Also entstand kurzerhand eine kleine Ecke, die wirkt, als hätte sie schon länger ihre eigene Geschichte.

Die Backsteinmauer zeigt deutliche Spuren der Zeit. Der Putz ist abgeplatzt, darunter kommen ältere Ziegelschichten zum Vorschein. Zwei kräftige Balken stützen die Wand ab, damit sie nicht weiter nach außen kippt.
Vor der Mauer liegt ein Stück Brachfläche. Zwischen Grasbüscheln liegen Ziegelreste, etwas Schutt und ein paar alte Metallteile. Die Stelle wirkt, als sei hier einmal begonnen worden aufzuräumen – aber ganz fertig geworden ist die Arbeit offenbar nie.
Ein Bürger aus Kleinberge hat die abgelegene Ecke offenbar gerade für einen sehr persönlichen Moment entdeckt. Mit dem Rücken zur Straße steht er an der Mauer und hofft vermutlich, dabei möglichst ungestört zu bleiben.

Ein paar Schritte weiter bleibt ein Mann mit seinem Hund stehen und beobachtet kurz die Szene. Der alte Kleinwagen am Straßenrand steht schon länger dort, halb unter einer Plane verborgen. Vielleicht wartet er auf bessere Zeiten – oder darauf, irgendwann doch noch einmal repariert zu werden.
Solche kleinen, leicht skurrilen Momente gehören zu Kleinberge einfach dazu. Nicht alles ist geschniegelt und ordentlich. Gerade die unscheinbaren Ecken erzählen oft die interessantesten Geschichten.
Für die Szene kamen verschiedene Materialien zum Einsatz:
- Mauerteile von CH-Kreativ
- Fassadenstücke von Busch
- Ziegel und Schrott von Juweela
- Vegetation von Heki
- Figuren von Artitec
Dazu etwas Farbe, selbst gestaltete Zettel und Plakate – und eine spontane Idee.
Eigentlich war es nur eine kleine Wochenendbastelei.
Jetzt ist es eine weitere Ecke von Kleinberge.

