Warum Kleinberge so heißt

Warum Kleinberge so heißt

Der Name Kleinberge war zuerst einfach nur eine Idee. Ich fand, dass er gut zu einem kleinen Ort passt. Nicht zu groß, nicht besonders bekannt, irgendwo zwischen Kleinstadt, Stadtrand und Mittelgebirge.

Anfangs wollte ich Kleinberge ungefähr im Harz ansiedeln. Alte Häuser, Werkstätten, Höfe, kleine Betriebe und die Landschaft passten für mich gut zusammen. Kleinberge sollte kein berühmter Ort sein. Eher einer, an dem man vorbeifährt und sich vielleicht fragt, was sich hinter den Häusern verbirgt.

Mit der Zeit wurde diese Lage aber immer ungenauer.

Ich lebe in Berlin und bin in den 1980er Jahren in West-Berlin aufgewachsen. Viele Bilder aus dieser Zeit sind mir geblieben: Hinterhöfe, Brandmauern, Garagen, kleine Werkstätten, alte Reklame, Müllplätze und diese oft etwas vergessenen Flächen zwischen Wohnhäusern und Gewerbe.

Solche Orte tauchen auch in meinen Modellen auf. Nicht als genauer Nachbau eines bestimmten Berliner Hinterhofs. Es sind eher Erinnerungen daran, wie solche Ecken einmal ausgesehen haben.

Gleichzeitig komme ich ursprünglich aus Ostwestfalen. Auch die Orte meiner Kindheit und die meiner Großeltern spielen beim Bau von Kleinberge eine Rolle. Hausberge, Holzhausen und andere kleinere Orte der Gegend haben ihre Spuren hinterlassen. Alte Wohnhäuser, Werkstätten, kleine Geschäfte und Straßen, in denen Stadt und Dorf oft dicht nebeneinanderliegen.

Später kamen Eindrücke aus Orten wie Quedlinburg, Goslar und Wolfenbüttel hinzu. Dort liegen alte Häuser, Höfe, Werkstätten und kleinere Gewerbebauten oft dicht beieinander. Vieles davon könnte auch in Kleinberge stehen. Unterwegs finde ich immer wieder solche Orte und Details, die später in meine Modelle einfließen. Einige dieser Reisen und Entdeckungen halte ich auf meiner Reiseseite Waldlandmeer fest.

Kleinberge liegt deshalb heute nicht mehr an einem festen Punkt auf der Landkarte.

Ein Teil könnte im Harz liegen. Andere Straßen erinnern eher an Ostwestfalen. Manche Hinterhöfe sehen aus, als könnten sie irgendwo im West-Berlin der 1980er Jahre stehen.

Das war nicht von Anfang an geplant. Es hat sich beim Bauen entwickelt. Mit jedem Gebäude, jedem Hinterhof und jeder kleinen Szene wurde deutlicher, dass Kleinberge kein genauer Nachbau eines realen Ortes werden sollte.

Der Ort setzt sich aus verschiedenen Gegenden zusammen. Aus Berlin kommen die engen Hinterhöfe, Brandwände, Werkstätten und das dichtere Stadtbild. Aus Ostwestfalen stammen eher die kleineren Straßen, alten Betriebe und freistehenden Häuser. Vom Mittelgebirge blieb die Vorstellung eines überschaubaren Ortes, der nicht weit von Landschaft und Stadtrand entfernt liegt.

Gerade diese Mischung gefällt mir.

In Kleinberge kann es eine Schlosserei in einem engen Hinterhof geben, eine alte Tankstelle am Ortsrand, kleine Läden, Wohnhäuser, Garagen und freie Flächen dazwischen. Manche Dinge passen eher zu einer Kleinstadt, andere eher zu Berlin. Entscheidend ist nicht, wo der Ort genau liegt. Entscheidend ist, dass er glaubwürdig wirkt.

Auch deshalb passt der Name für mich bis heute.

Kleinberge klingt nach einem Ort, der nicht groß sein muss. Nach alten Häusern, gewachsenen Straßen und Ecken, die schon lange da sind. Vielleicht irgendwo im Mittelgebirge. Vielleicht ein Stück Ostwestfalen. Und manchmal eben auch ein wenig West-Berlin.

Kleinberge ist kein Modell einer bestimmten Stadt. Es ist ein fiktiver Ort im Maßstab 1:87, der sich aus Erinnerungen, Beobachtungen und gebauten Szenen zusammensetzt.


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