Realistische Figuren, Fahrzeuge und Bäume in 1:87

Realistische Figuren, Fahrzeuge und Bäume in 1:87

Ein Gebäude kann sauber gebaut und glaubwürdig gealtert sein. Steht daneben eine zu grobe Figur, ein glänzendes Fahrzeug oder ein deutlich zu kleiner Baum, verändert sich sofort die Wirkung der gesamten Szene.

Figuren, Fahrzeuge und Landschaft sind deshalb keine Nebensache. Sie zeigen Größenverhältnisse, ordnen ein Diorama zeitlich ein und verbinden die Gebäude mit ihrer Umgebung.

Für Kleinberge gilt auch hier: Nicht die Menge entscheidet. Wenige passende Teile wirken meist überzeugender als eine vollständig gefüllte Fläche.

Figuren in 1:87 richtig auswählen

Bei Figuren greife ich häufig zu Artitec. Die Modelle sind fein gestaltet, realistisch proportioniert und meist zurückhaltend bemalt.

Besonders gut gefallen mir die Körperhaltungen. Viele Figuren stehen nicht einfach herum und führen eine deutlich erkennbare Tätigkeit vor. Sie sitzen, warten, arbeiten oder bewegen sich eher beiläufig durch die Szene. Dadurch wirken sie weniger inszeniert.

Eine Figur muss nicht erklären, was gerade geschieht. Oft reicht es, wenn sie am Rand steht und zeigt, wie groß eine Tür, ein Fahrzeug oder ein Gegenstand tatsächlich ist.

Auch Preiser, Faller, NOCH und andere Hersteller bieten brauchbare Figuren an. Trotz derselben Maßstabsangabe können sie jedoch unterschiedlich groß oder kräftig wirken. Eine Stellprobe vor dem Einbau ist deshalb sinnvoll.

Grundsätzlich setze ich Figuren eher sparsam ein. Eine freie Stelle ist kein Grund, dort noch eine Person aufzustellen. In einem Hinterhof kann eine einzelne arbeitende Figur genügen. Vor einer Werkstatt reicht vielleicht jemand an der Tür oder neben einem Lieferwagen.

Auch die Kleidung muss zur dargestellten Zeit passen. Bei Szenen zwischen den 1950er- und 1980er-Jahren fallen moderne Warnkleidung, aktuelle Freizeitjacken oder zu kräftige Farben schnell auf. Solche Farbtöne lassen sich mit einem matten Überzug oder einer vorsichtigen Überarbeitung abschwächen.

Fahrzeuge glaubwürdig einsetzen

Wiking und Brekina bieten eine große Auswahl an Fahrzeugen im Maßstab 1:87.

Wiking deckt viele Bereiche ab, von Pkw und Lieferwagen bis zu Lastwagen, Bussen und Einsatzfahrzeugen. Für Kleinberge sind vor allem ältere Alltagsfahrzeuge interessant, die sich unauffällig in Straßen, Werkstätten und Hinterhöfe einfügen.

Brekina konzentriert sich stärker auf historische Vorbilder. Dort finden sich viele Transporter, Lieferwagen, Busse und Nutzfahrzeuge aus den 1930er- bis 1980er-Jahren.

Gerade gewöhnliche Fahrzeuge funktionieren in einem Diorama oft besser als besonders auffällige Modelle. Ein älterer Lieferwagen wirkt eher wie ein Teil des Alltags und weniger wie ein ausgestelltes Sammlerstück.

Auch die Position ist wichtig. Ein Auto muss nicht vollständig zu sehen sein. Es kann dicht an einer Wand stehen, teilweise verdeckt werden oder nur am Rand der Szene auftauchen.

Bei der Alterung reicht häufig wenig. Ein älteres Fahrzeug ist nicht automatisch verrostet. Matter Lack, leicht verschmutzte Reifen und etwas Staub an den unteren Bereichen wirken meist glaubwürdiger als starke Rostspuren.

Kennzeichen, Beschriftung und Farbe helfen zusätzlich bei der zeitlichen Einordnung. Ein Fahrzeug sollte deshalb nicht nur gefallen, sondern zur dargestellten Zeit und Nutzung passen.

Modellbäume in realistischer Größe

Bäume werden im Modellbau häufig zu klein gewählt. Ein 20 Meter hoher Baum wäre im Maßstab 1:87 ungefähr 23 Zentimeter hoch. Eine ausgewachsene Linde, Eiche oder Kastanie kann damit deutlich höher sein als ein zweigeschossiges Gebäude.

Neben der Höhe sind Stamm, Verzweigung und Krone entscheidend. Ein kräftiger Stamm mit einer kleinen, gleichmäßigen Krone wirkt ebenso unpassend wie ein dünner Stamm unter zu dichter Belaubung.

Auch die Baumart sollte erkennbar bleiben. Eine Pappel wächst anders als eine Eiche. Ein alter Hofbaum kann schief stehen oder eine einseitige, unregelmäßige Krone besitzen.

Für markante Einzelbäume sind handgefertigte Modelle von DERMODELLBAUM interessant. Wuchsform, Stamm und Belaubung wirken individueller als bei vielen Serienprodukten. Gerade in einem kleinen Diorama kann ein einzelner Baum einen großen Teil der Wirkung übernehmen.

Heki bietet gute Grundlagen, Rohlinge und Materialien für die weitere Bearbeitung. Stamm und Äste können farblich überarbeitet, Kronen ausgedünnt und Belaubungen teilweise ersetzt werden. Ein gekauftes Modell muss nicht unverändert eingebaut werden.

NOCH hat ebenfalls ein großes Sortiment für den Landschaftsbau. Für auffällige Einzelbäume sind viele Modelle für meine Arbeiten allerdings nicht die erste Wahl. Häufig passen Wuchsform, Stamm oder Belaubung nicht zu der jeweiligen Kleinberge-Szene. Als Anbieter von Landschaftsmaterial bleibt NOCH trotzdem wichtig.

Die größte Kontrolle bietet der vollständige Selbstbau. Ein Grundgerüst kann aus verdrilltem Draht entstehen. Anschließend folgen Stamm, Äste, feinere Zweige und Belaubung.

Dabei lassen sich schiefe Stämme, einseitige Kronen oder über Mauern ragende Äste gezielt gestalten. Selbstbau ist aber nicht automatisch realistischer. Zu gleichmäßige Äste, grober Draht oder zu dichtes Laub können genauso künstlich wirken. Vorbildfotos helfen hier mehr als die Erinnerung an eine allgemeine Baumform.

Boden, Straßen und Vegetation

Ein Baum endet nicht am Stamm. Der Übergang zum Boden entscheidet mit darüber, ob er eingesetzt oder tatsächlich gepflanzt wirkt.

Ein sichtbarer Kunststofffuß sollte verschwinden. Wurzeln, Erde, Gras und angrenzende Flächen müssen zusammengeführt werden. In einem alten Hof können Wurzeln Pflaster oder Asphalt anheben.

Für Straßen, Pflasterflächen und kleinere Bauteile verwende ich gern Materialien von Juweela. Einzelne Steine und Platten lassen sich unregelmäßig verlegen, bearbeiten und farblich an die Szene anpassen. Dadurch entsteht weniger der Eindruck einer fertigen, gleichmäßigen Fläche.

Auch CH-Kreativ bietet interessante Materialien für Straßen, Mauern und befestigte Bereiche. Gerade bei Hinterhöfen und älteren Gewerbeflächen sind unterschiedliche Oberflächen wichtig. Pflaster, Mauerwerk, Beton und ausgebesserte Stellen sollten nicht wie eine einzige geschlossene Fläche wirken.

Bei der Begrünung nutze ich unter anderem Materialien von RTS-Greenkeeper. Damit lassen sich Gras, kleinere Pflanzen und verwilderte Stellen gezielt aufbauen, ohne jede freie Fläche gleichmäßig zu bedecken.

Lars op ’t Hof Scenery bietet ebenfalls Materialien für Begrünung und Landschaftsgestaltung an. Besonders Landschaftsmatten können eine gute Grundlage sein. Ihre Ränder sollten jedoch aufgelockert, ergänzt und an den Boden angepasst werden. Im fertigen Diorama sollte die Matte nicht mehr als zusammenhängendes Produkt erkennbar sein.

Vegetation wächst nicht gleichmäßig. Sie sammelt sich in Fugen, an Mauerrändern und auf wenig genutzten Flächen. Auf einer regelmäßig befahrenen Hoffläche wächst sie anders als auf einem stillgelegten Grundstück.

Mehr Pflanzen erzeugen nicht automatisch mehr Realismus. Einige gezielt gesetzte Stellen reichen oft aus. Gleichmäßig verteilte Grasbüschel wirken dagegen schnell wie Dekoration.

Der Maßstab entscheidet sich in der Szene

Eine Figur, ein Fahrzeug und ein Baum können jeweils mit H0 oder 1:87 bezeichnet sein und trotzdem nicht zusammenpassen.

Entscheidend ist die Wirkung im fertigen Aufbau. Eine Figur neben einer Tür, ein Fahrzeug unter einer Durchfahrt und ein Baum neben einem Gebäude zeigen Abweichungen sofort.

Für Kleinberge ist diese Stellprobe wichtiger als die Angabe auf der Verpackung.

Artitec bleibt bei Figuren meine bevorzugte Wahl. Wiking und Brekina bieten viele passende Fahrzeuge. Bei Bäumen setze ich je nach Szene auf handgefertigte Modelle von DERMODELLBAUM, bearbeitbare Grundlagen von Heki oder den Selbstbau. Für Straßen, Mauern und Vegetation kommen unter anderem Juweela, CH-Kreativ, RTS-Greenkeeper und Lars op ’t Hof Scenery hinzu.

Der Unterschied zeigt sich dort, wo Stamm, Reifen, Schuhe, Pflaster und Türschwelle auf wenigen Zentimetern nebeneinanderliegen.

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